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Gebundene Vorsorge 3a - Was bieten die Banken an? - Wertschriftenlösung

Säule 3a Wertschriftenvorsorge (häufig auch Vorsorgefonds genannt)

Die Wertschriftenvorsorge, im Rahmen der gebundenen Vorsorge 3a, ermöglicht ebenfalls steuerbegünstigtes Sparen. Das Geld wird, im Gegenteil zum Vorsorgekonto, zum Teil in Wertpapiere (Aktien, Fonds, Obligationen) investiert. Die Gewichtung beruht auf denselben gesetzlichen Vorschriften, wie Anlagen der Pensionskassen.

Massgebend ist die Verordnung über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV 2). Der Aktienanteil ist auf maximal 50% begrenzt.

Durch die Investition in Wertschriften erhöhen sich die möglichen Renditechancen und die Zinsen des Vorsorgekontos können überstiegen werden. Allerdings kann es zu Verlusten kommen, da die Wertschriftenkurse auch nach unten fallen können. Je höher der Aktienanteil, desto höher ist das Verlustrisiko.

Die Wertschriftenvorsorge richtet sich an Personen mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. D.h. es kann in den nächsten 10 bis 15 Jahren auf das Geld verzichtet werden. Z.B. wenn kein Hauskauf geplant ist oder die Pensionierung noch in weiter Ferne liegt.

Die meisten Banken bieten zwei bis vier verschiedene Produkte an, die sich aufgrund ihres Aktienanteils unterscheiden.

A) Folgende Anlagekategorien haben sich etabliert:

Kategorie Aktienanteil Anlagehorizont
Gering 0-5% bis 5 Jahre
Defensiv 5-15% 5-10 Jahre
Offensiv 20-35% 5-10 Jahre
Aggressiv 35-50% ab 10 Jahren

Wie hoch diese zukünftige Rendite ist, hängt von der eigenen Risikobereitschaft sprich der Höhe des Aktienanteils und von der Anlagedauer ab. Je länger diese ist, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit einen ordentlichen Wertzuwachs zu erzielen.

Das Wertschriftenkonto kann nicht zu einer anderen Bank transferiert werden. Entscheidet sich der Kunde für eine andere Bank, müssen die Wertschriften zum aktuellen Zeitpunkt verkauft und das Kapital auf einem Vorsorgekonto zwischendeponiert werden. Bei der neuen Bank kann das Geld wieder in eine Wertschriftenlösung investiert werden. Je nachdem, wie sich der Kurs der Wertschriften entwickelt hat, kann es beim Verkauf zu einem Verlust kommen.

B) Folgendes gilt bei der Auswahl eines guten Anbieters zu berücksichtigen:

Historische Rendite: Möglichst hoch. Ist ein Mass für die Fähigkeit der Bank.

Gebühren: keine

Depoteröffnung und Saldierung: kostenlos

Depotführung: kostenlos

Kauf/Verkauf der Anteile: kostenlos

Kontoauszüge und Steuerbescheinigung: kostenlos

Kündigungsfrist für Übertragung: keine

C) Zu welchem Zeitpunkt soll ich einzahlen (Durchschnittskosteneffekt)?

Wertpapiere unterliegen ständigen Kursschwankungen. Diese können nicht zuverlässig vorausgesagt werden. Bei hohen Anteilspreisen werden automatisch weniger Wertpapieranteile gekauft, bei niedrigen Anteilspreisen entsprechend mehr.

Daher sollte das Vorsorgekapital in monatlichen, gleichen Teilbeträgen eingezahlt werden.

Beispiel: Für das Jahr 2014 stehen CHF 4800 zur Einzahlung in die Säule 3a zur Verfügung. Sinnvoll ist es, diesen Betrag in monatlichen Tranchen von CHF 400 einzuzahlen.

D) Vorteile der Wertschriftenvorsorge (Vorsorgefonds)

  • Die Rendite (Verzinsung) kann höher sein als beim Vorsorgekonto
  • Die Höhe der Einzahlungen kann, im Rahmen des Maximalbetrags, frei bestimmt werden. Es gibt keine Einzahlungsverpflichtung
  • Das einbezahlte Geld wird in Wertpapiere (im Rahmen der Anlagekategorie) investiert und nicht teilweise für Versicherungsprämien genutzt

Nachteile der Wertschriftenvorsorge (Vorsorgefonds)

  • Die Verzinsung ist nicht garantiert. Ein mögliches Verlustrisiko wird dem Vorsorgenehmer übertragen. D.h. der Vorsorgenehmer kann Teile seines Geldes verlieren
  • Nicht als kurzfristige Anlage (kleiner 5 Jahre) geeignet
  • Möchte man zu einer anderen Bank wechseln, müssen die Wertschriften zum aktuellen Kurs verkauft werden. Es kann zu einem Verlust kommen
  • Es besteht kein Versicherungsschutz bei Tod oder Erwerbsunfähigkeit

E) Fazit

Die Wertschriftenvorsorge sollte nur bei einem längeren Anlagehorizont gewählt werden. Je nach Produkt der Banken sollte der sich ab fünf Jahren bewegen. Das zur Verfügung stehende Kapital sollte in gleichen, monatlichen Beträgen eingezahlt werden.

Sinnvoll ist durchaus die Kombination eines Vorsorgekontos und einer separaten Wertschriftenvorsorge. So können z.B. die jährlichen Maximalbeträge gesplittet und je in die entsprechende Lösung eingezahlt werden. Das Risiko ist dadurch breiter diversifiziert.