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Gesetzliche Auflagen für Grenzgänger und Wochenaufenthalter im Rahmen der 3ten Säule

Dürfen Grenzgänger und Wochenaufenthalter in die Säule 3a einzahlen und einen Steuerabzug vornehmen?

Grundsätzlich kann jede Person in die gebundene Säule 3a einzahlen, die in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt. Die Säule 3a ist freiwillig und zeichnet sich durch eine steuerliche Bevorteilung aus.

Bei Grenzgängern und Wochenaufenthaltern gibt es bezüglich der steuerlichen Abzugsfähigkeit einiges zu beachten. So kann es durchaus sein, dass zwar eine dritte Säule eröffnet werden darf, aber die Einzahlungsbeträge nicht, im Rahmen der Limiten, vom übrigen Einkommen abgezogen werden dürfen.

Die genauen gesetzlichen Vorschriften sind vom Hauptwohnsitz des Grenzgängers bzw. Wochenaufenthalters abhängig. Definiert sind die Regelungen in den sogenannten Doppelbesteuerungsabkommen, die die Schweiz mit verschiedenen Ländern abgeschlossen hat.

Wenn Sie in der Schweiz leben und der Quellensteuer unterliegen, dann finden Sie hier die entsprechenden Informationen

Gebundene 3. Säule für echte Grenzgänger und echte Wochenaufenthalter mit (Haupt-) Wohnsitz in Deutschland und Arbeitsort in der Schweiz

grenzgaenger-wochenaufenthalter-saeule-3a-deutschlandAufgrund des schweizerisch-deutschen Doppelbesteuerungsabkommens werden Einkommen durch unselbständige Arbeit des Grenzgängers (mit täglicher Rückkehr) bzw. des Wochenaufenthalters (mit Rückkehr am Wochenende) im Wohnsitzstaat, d.h. in Deutschland besteuert.

Der Kanton, in dem sich der Arbeitsplatz befindet, kann eine Steuer von maximal 4,5% der Bruttoeinkünfte verlangen. Diese Steuer wird auch Pauschalsteuer, Kopfsteuer oder Grenzgängersteuer genannt. Es besteht weder Anspruch auf eine Rückerstattung noch auf eine Korrekturberechnung. Die im Schweizer Arbeitskanton einbehaltende Grenzgängersteuer wird von der deutschen Steuerbehörde, bei der Ermittlung der deutschen Einkommenssteuer, angerechnet. Der echte Grenzgänger- bzw. Wochenaufenthalterstaus muss zwingend mit dem jeweiligen Kanton abgeklärt werden. Zudem muss eine Ansässigkeitsbescheinigung des deutschen Finanzamtes und der Nachweiss der regelmässigen Rückkehr an den deutschen Wohnort erbracht werden.

Aufgrund der Erwerbstätigkeit in der Schweiz, sind Grenzgänger und Wochenaufenthalter in der Schweiz AHV-pflichtig. Deswegen darf grundsätzlich in die Säule 3a eingezahlt werden.

Für echte Grenzgänger und echte Wochenaufenthalter, mit Wohnsitz in Deutschland, ist es in der Schweiz allerdings nicht erlaubt, die Einzahlungen in die Säule 3a steuerlich geltend zu machen und so eine Korrektur der Grenzgängersteuer zu verlangen.

Sinnvoll ist es daher eine (steuerbegünstigte) private Altersvorsorge in Deutschland zu beginnen. Die Alternative für deutsche Grenzgänger ist die Grenzgänger-Direktversicherung. Die Einzahlungen werden analog der Säule 3a steuerlich in Deutschland gefördert und führen zu einer Steuerersparnis.

Alternativ oder auch zusätzlich kann jederzeit eine Altersvorsorge im Rahmen der Säule 3b abgeschlossen werden.

Fehlt die Ansässigkeitsbescheinigung des deutschen Finanzamtes oder es ist keine regelmässige Heimkehr aufgrund der Arbeitssituation möglich, so entfällt der echte Grenzgänger- bzw. Wochenaufenthalterstatus. In diesem Fall wendet der Kanton die ordentliche Quellensteuer, aufgrund des massgebenden Bruttolohns, an. Da es sich dabei nicht mehr um eine Kopfsteuer handelt, können die Einzahlungen in die Säule 3a, im Rahmen einer Korrekturrechnung, steuerlich geltend gemacht werden. Details zum Status des echten oder unechten Grenzgängers können die zuständigen kantonalen Steuerbehörden geben.

Gebundene 3. Säule für Personen mit Wohnsitz in Österreich und Arbeitsort in der Schweiz

arbeiten-schweiz-saeule-3a-wohnen-oesterreichDas schweizerisch-österreichische Doppelbesteuerungsabkommen hat in seiner aktuellen Fassung den Grenzgängerstatus aufgehoben. Der Arbeitsortstaat (hier der jeweilige Schweizer Kanton mit Sitz des Arbeitgebers) hat das volle Besteuerungsrecht. Die Besteuerung erfolgt somit nach den ordentlichen Grundsätzen der Quellensteuer für ausländische Arbeitnehmer ohne Niederlassungsbewilligung C mit Wohnsitz oder Aufenthalt im Arbeitskanton.

Aufgrund der Erwerbstätigkeit in der Schweiz, sind Erwerbstätige mit Wohnsitz in Österreich in der Schweiz AHV-pflichtig. Deswegen darf in die Säule 3a eingezahlt werden.

Arbeitnehmer mit Wohnsitz in Österreich dürfen die Einzahlungen in die gebundene 3. Säule, im Rahmen der gesetzlichen Maximalbeiträge, vom steuerbaren Einkommen abziehen. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer nachträglichen Korrektur der bereits bezahlten Quellensteuer. Die Quellensteuer wird vom kantonalen Steueramt, aufgrund der Abzüge, neu errechnet und die Differenz wird vollumfänglich zurückerstattet. Details zum Vorgehen finden Sie hier.